Psychotherapie

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Psychotherapie

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Psy|cho|the|ra|pie ‚Ć©f. 19‚Ć™ Krankenbehandlung (bei Neurosen, psychischen Fehlleistungen usw.) durch seelische Beeinflussung

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Psy|cho|the|ra|pie [auch: 'psy:ço… ], die; -, -n (Med., Psychol.):
1. <o. Pl.> Gesamtheit der psychologischen Verfahren zur Heilung oder Linderung von Störungen im psychischen Bereich, in den sozialen Beziehungen, im Verhalten oder auch in bestimmten Körperfunktionen.
2. Therapie, Behandlung mit den Mitteln, Methoden der Psychotherapie (1).

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Psychotherapie
 
[griechisch], klinische und wissenschaftliche Disziplin zur Behandlung oder Mitbehandlung von psychischen, psychosomatischen und somatopsych. Krankheiten, von seelisch bedingten Leidenszust√§nden und von Verhaltensst√∂rungen. Psychotherapie wird mithilfe wissenschaftlich begr√ľndeter und empirisch gepr√ľfter Verfahren und Methoden mit psychologischen Mitteln durch verbale, aber auch averbale Kommunikation, in einem bewussten und geplanten interaktionellen Prozess durchgef√ľhrt, wozu eine tragf√§hige emotionale Beziehung zwischen Psychotherapeut und Patient notwendig ist.
 
 Entwicklungsgeschichte und Grundlagen der Psychotherapie
 
Die Psychotherapie ist neben der Pharmakologie und Chirurgie eine der √§ltesten Querschnittsdisziplinen der Medizin. Bereits Schamanen integrierten vor Tausenden von Jahren psychotherapeutische Wirkungen in ihre Heilrituale; Priester√§rzte √Ągyptens wendeten psychotherapeutische Beeinflussungen an, die inzwischen als kathartische und psychoanalytische Methoden zu bezeichnen sind; die Babylonier unterschieden zwischen Seelen- und K√∂rper√§rzten; in der Medizin des antiken Griechenland finden sich psychotherapeutische Gespr√§chsmethoden. Mit dem 18. Jahrhundert (als Folge der Aufkl√§rung) ging das psychotherapeutische Wissen aus der naturwissenschaftlichen Medizin verloren, bis in der Mitte des 19. Jahrhunderts der britische Chirurg J. Braid die Hypnose wieder entdeckte. Die Psychotherapie wurde √ľber die suggestiven Methoden des Mesmerismus (F. A. Mesmer), durch Ambroise-Auguste Li√©beault (* 1823, ‚úĚ 1904) und Hippolyte Bernheim (* 1837, ‚úĚ 1919) in der Nancyer Schule, sowie durch J. M. Charcot und P. Janet an der Salp√™tri√®re in Paris wieder in die Medizin eingef√ľhrt. Der Begriff Psychotherapie kam Ende des 19. Jahrhunderts in Gebrauch. S. Freud u. a. entwickelten aus der wissenschaftlichen Bearbeitung der Erfahrungen mit der Hypnose die Theorie und Praxis der Psychoanalyse, die zu den Grundlagen der psychoanalytischen Psychotherapie geh√∂rt. B. F. Skinner u. a. entwickelten aus Erkenntnissen der Physiologie, z. B. die Entdeckung der bedingten Reflexe durch I. P. Pawlow, die Lerntheorie als Grundlage der modernen Verhaltenstherapie. Ab den 1960er-Jahren kam es in der Psychotherapie zu einer geradezu st√ľrmischen Entwicklung hinsichtlich neuer Verfahren und Methoden. Diese Vielfalt resultiert historisch gesehen v. a. daraus, dass sich die verschiedenen klinischen Theorien und die jeweilige Behandlungspraxis an die Unterschiedlichkeit der St√∂rungen und Probleme der Patienten angepasst haben. Hinzu kommen die Einfl√ľsse der unterschiedlichen sozialen und kulturellen Bedingungen, Pers√∂nlichkeitstypen und Lebensumst√§nde der Patienten sowie der Einfluss der pers√∂nlichen √úberzeugungen, schlie√ülich noch Wertvorstellungen und Pers√∂nlichkeit des Therapeuten. F√∂rderlich f√ľr neue Entwicklungen in der Psychotherapie sind auch die Offenheit dieser Disziplin f√ľr andere Wissenschaften, wie Sozialwissenschaften, Philosophie, Theologie, Kunst oder Literatur, und die Bereitschaft, deren Ergebnisse in die eigenen Theoriebildungen mit einzubeziehen.
 
Aber erst mit der Entwicklung der modernen wissenschaftlichen Psychotherapie ab den 1970er-Jahren wurden empirisch gesicherte und somit verbindliche Grundlagen f√ľr die Psychotherapie als medizinische Behandlungsmethode geschaffen. Trotz immer noch vorhandener Vorurteile hat die moderne Psychotherapie den Status einer anerkannten wissenschaftlichen Disziplin mit einem hohen Erkenntnis- und Wissensstand, die sich zur Behandlung oder Mitbehandlung von psychischen, psychosomatischen und somatopsych. Krankheiten als geeignet und wirksam erwiesen hat. Der im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden in der Medizin hohe √∂ffentliche Legitimationsdruck hat in der Psychotherapie zu einer sehr strengen wissenschaftlichen Kontrolle mit einem hohen methodologischen Stand der Bewertung gef√ľhrt. Die eindeutige wissenschaftliche Best√§tigung von Wirksamkeit und Effektivit√§t der Psychotherapie gelang 1980 durch eine erste Metaanalyse der Ergebnisstudien zur Psychotherapie, d. h. durch eine integrierte Gesamteinsch√§tzung von 1 766 Behandlungseffekten aus 475 kontrollierten Psychotherapiestudien mit etwa 25 000 Patienten und dem Ergebnis, dass es dem durchschnittlichen Psychotherapiepatienten am Ende der Behandlung besser geht als den Patienten, die keine psychotherapeutische Behandlung erhalten hatten. Die Wirksamkeit von verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren f√ľr bestimmte Krankheiten und Problemstellungen von Patienten gilt durch Metaanalysen als wissenschaftlich gesichert. Wissenschaftlich begr√ľndete Verfahren sind von wissenschaftlichen nicht begr√ľndeten psychotherapeutischen Verfahren unterscheidbar geworden. Alle psychotherapeutischen Verfahren, die den Anspruch erheben, in der Krankenversorgung eingesetzt zu werden, m√ľssen sich der empirischen wissenschaftlichen Kontrolle unterziehen und den Wirksamkeits- beziehungsweise Effektivit√§tsbeweis erbringen. Dadurch sind nur wenige psychotherapeutische Methoden f√ľr die Krankenbehandlung anerkannt. Die Psychotherapieforschung hat in dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts gro√üe Fortschritte f√ľr die psychotherapeutische Praxis gebracht. Grundlagenforschung in der Psychotherapie betrifft u. a. die Spezifit√§t von psychotherapeutischen Methoden, die Feinanalyse psychotherapeutischer Prozesse, die Frage der Methodenkombination und Methodenintegration. Die angewandte Psychotherapieforschung betrifft Dosis-Wirkungs-Fragen bei Psychotherapie, epidemiologischen Fragestellungen sowie die Optimierung der psychotherapeutischen Versorgung.
 
F√ľr die Krankenversorgung in der Psychotherapie haben sich entsprechend der Unterschiedlichkeit der Gesundheitssysteme in den verschiedenen L√§ndern unterschiedliche psychotherapeutische Versorgungsstrukturen herausgebildet. In Deutschland ist die Psychotherapie im internationalen Vergleich in der Krankenversorgung am weitesten fortgeschritten. Durch die Anerkennung der Psychotherapie als eine f√ľr die Krankenkassen kostenpflichtige medizinische Leistung und durch die gesetzlichen Regelungen der Weiterbildung von √§rztlichen und psychologischen Psychotherapeuten ist diese Disziplin vollst√§ndig in das medizinische Versorgungssystem integriert. In anderen L√§ndern ist die Psychotherapie hinsichtlich der Finanzierung durch Krankenversicherungen und der Ausbildung von Psychotherpeuten in einer ung√ľnstigeren Situation.
 
 Psychotherapie in der Krankenversorgung
 
Die Aus√ľbung von Psychotherapie in der Krankenversorgung ist in Deutschland durch die Psychotherapierichtlinien der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung geregelt. Die Kosten f√ľr eine psychotherapeutische Behandlung werden von den Krankenkassen dann √ľbernommen, wenn die Durchf√ľhrung der Behandlung in einem Gutachterverfahren bewilligt worden ist. Nach Abkl√§rung der Krankheitsursachen und nach f√ľnf probatorischen Sitzungen (diagnostische Probesitzungen) muss von dem Psychotherapeuten vor Beginn der Behandlung ein ausf√ľhrlicher Antrag gestellt werden, der von Fachgutachtern beurteilt wird. Dieses Gutachterverfahren als ein Bestandteil der psychotherapeutischen Krankenversorgung ist im Vergleich zu anderen medizinischen Ma√ünahmen eine unter dem Gesichtspunkt der Qualit√§tssicherung sinnvolle Besonderheit. Es dient dazu, die Patienten vor unseri√∂sen und unzureichend ausgebildeten Psychotherapeuten zu sch√ľtzen. Au√üerdem ist dadurch gesichert, dass die Behandlung medizinisch notwendig und wissenschaftlich begr√ľndet ist, zielorientiert durchgef√ľhrt wird und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit folgt. Je nach Indikationsstellung werden die Kosten f√ľr bestimmte psychotherapeutischen Leistungen von den Krankenkassen √ľbernommen. Dazu geh√∂ren gegenw√§rtig 25 Sitzungen psychoanalytischer oder verhaltenstherapeutischer Kurzzeittherapie oder bis zu 100 Sitzungen tiefenpsychologisch fundierte Einzelpsychotherapie (in jeweils zu bewilligenden Schritten von 50 + 30 + 20 Sitzungen) oder 80 Sitzungen tiefenpsychologisch fundierte Gruppentherapie (in jeweils zu bewilligenden Schritten von 40 + 20 + 20 Sitzungen) oder bis zu 300 Therapiesitzungen analytischer Psychotherapie (in jeweils zu bewilligenden Schritten von 160 + 80 + 60 Sitzungen) oder 150 Therapiesitzungen analytischer Gruppenpsychotherapie (in jeweils zu bewilligenden Schritten von 80 + 40 + 30 Sitzungen) oder 65 Sitzungen Verhaltenstherapie als Einzeltherapie beziehungsweise 80 Sitzungen als Gruppentherapie (in jeweils zu bewilligenden Schritten von 45 + 15 + 20 Sitzungen). Bei medizinischer Notwendigkeit k√∂nnen die Behandlungen mit besonderer Begr√ľndung √ľber diese H√∂chstgrenze hinaus fortgef√ľhrt werden. F√ľr Patienten ist wichtig zu wissen, dass ohne Antragsverfahren keine Psychotherapie als regul√§re Krankenbehandlung durchgef√ľhrt werden kann und die Kosten dann von den Krankenkassen nicht √ľbernommen werden. Au√üerdem sind nicht alle psychotherapeutische Methoden in der Krankenbehandlung anerkannt und somit f√ľr die Krankenkassen kostenpflichtig.
 
 Psychotherapeutische Behandlungsverfahren und Methoden
 
Grunds√§tzlich wird in der wissenschaftlichen Psychotherapie zwischen den psychotherapeutischen Grundverfahren beziehungsweise Grundorientierungen und den verschiedenen psychotherapeutischen Methoden beziehungsweise Techniken unterschieden. Anerkannte psychotherapeutische Grundverfahren, wof√ľr die Kosten von den Krankenversicherungen √ľbernommen werden, sind die psychoanalytische Psychotherapie (Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) und die Verhaltenstherapie. In der psychoanalytischen Psychotherapie hat sich ein breites Spektrum unterschiedlicher Methoden und therapeutischen Settings entwickelt als Langzeit-, Kurzzeit-, Fokal-, als Einzel- oder Gruppentherapie, als Paar- oder Familientherapie. Im Unterschied dazu wird die ¬Ľklassische Psychoanalyse¬ę inzwischen nur noch selten angewendet. Formen der Gestaltungstherapie beziehungsweise Kunsttherapie, k√∂rpertherapeutische Verfahren wie die konzentrative Bewegungstherapie oder die Musiktherapie sind auf tiefenpsychologischer Grundlage entstanden; sie werden √ľberwiegend in der station√§ren Psychotherapie angewendet. Die Verhaltenstherapie hat sich vom einfachen Stimulus-Respons-(Reiz-Reaktions-)Modell zu einem komplexen Systemmodell entwickelt, und die klassischen verhaltenstherapeutischen Methoden wurden zu differenzierten Behandlungsprinzipien und therapeutische Verfahren ausgearbeitet. In der Kinderpsychotherapie kommen besondere psychotherapeutische Verfahren, z. B. die Spieltherapie, zur Anwendung, und die Eltern werden regelm√§√üig in die Therapie mit einbezogen. Methoden, deren Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung √ľbernommen werden, sind die Hypnose und das autogene Training. Es werden nur psychoanalytische oder verhaltenstherapeutische Methoden √ľbernommen, jedoch nicht solche Verfahren, die sich als eigenst√§ndig deklarieren, wie Gespr√§chspsychotherapie oder Familientherapie. Hingegen wird das katathym-imaginative Bilderleben als tiefenpsychologische Methode anerkannt. Neben den anerkannten psychotherapeutischen Behandlungsverfahren und Methoden werden eine Vielzahl anderer Methoden angeboten, die nicht den Gesetzm√§√üigkeiten der wissenschaftlich begr√ľndeten Psychotherapie unterliegen. Als Methoden zur Bewusstseinserweiterung, Selbstfindung, Sinnfindung u. a. dienen sie der Lebensberatung, zur Krankenbehandlung sind sie jedoch nicht geeignet und deshalb nicht anerkannt. Konzentrative Bewegungstherapie, Musiktherapie, Existenzanalyse, Transaktionsanalyse und Gestalttherapie sind ebenfalls nicht anerkannt f√ľr die Krankenbehandlung.
 
Eine Indikation zur Psychotherapie besteht bei neurotischen (z. B. Angst, Phobie, Zwangsneurose, Depression) und funktionellen St√∂rungen (z. B. Magen-Darm-St√∂rungen, funktionelle Herzbeschwerden, funktionelle Atemst√∂rungen), bei psychosomatischen Erkrankungen (z. B. entz√ľndliche Darmerkrankungen, Asthma, Neurodermitis), bei Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen (z. B. Borderlinesyndrom, narzistische Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen, dissoziative St√∂rungen) und bei somatopsych. St√∂rungen (z. B. Krebs, Diabetes mellitus oder nach Organtransplantation).
 
Eine Besonderheit in Deutschland ist die station√§re Psychotherapie mit der Entwicklung von multimethodalen Behandlungspl√§nen zur Heilung beziehungsweise Besserung sehr schwerer psychischer, psychosomatischer und somatopsych. Krankheitszust√§nde, die durch ambulante Psychotherapie nicht ausreichend behandelt werden k√∂nnen. Im station√§ren Umfeld bestehen besonders gute M√∂glichkeiten zur Kombination von verschiedenen psychotherapeutischen Methoden in Verbindung mit anderen Therapieelementen wie sozialtherapeutische oder ern√§hrungsphysiologische Ma√ünahmen. Eine Indikation zur station√§ren Psychotherapie besteht bei schweren Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen, neurotischer St√∂rungen (z. B. extensiven Phobien), bei bestimmten psychosomatischen Erkrankungen (z. B. Magersucht) und somatopsych. St√∂rungen (z. B. Diabetes mellitus) mit Problemen der Krankheits- sowie zur Krisenbew√§ltigung (z. B. nach Selbstmordversuch). Au√üerdem verhilft die station√§re Psychotherapie Patienten mit einem erschwerten Zugang zu ihren psychischen Problemen zu einem Einstieg in eine Psychotherapie, da durch eine station√§re Behandlung in einem gesch√ľtzten Rahmen erste positive Erfahrungen mit der Psychotherapie gemacht werden k√∂nnen.
 
Die Akzeptanz von Psychotherapie hat in den letzten Jahren durch eine verbesserte Aufkl√§rung zwar deutlich zugenommen, dennoch haben nicht nur Patienten sondern auch manche √Ąrzte immer noch Vorurteile gegen√ľber der Psychotherapie, ein Sachverhalt, der mitunter das Chronischwerden von psychisch bedingten Krankheiten beg√ľnstigt. Psychische St√∂rungen oder psychisch bedingte Erkrankungen werden von manchen Menschen noch als ein Stigma erlebt, manche Patienten (z. B. mit funktionellen Herzbeschwerden) reagieren mit Angst oder Scham, wenn ihre Erkrankung von dem Arzt auf psychische Probleme zur√ľckgef√ľhrt wird. Deshalb werden schon im Medizinstudium Studenten in die Grundlagen psychotherapeutischer Gespr√§chstechnik eingef√ľhrt, damit sie besser auf die Angst ihrer Patienten eingehen und sie zu einer Psychotherapie motivieren k√∂nnen.
 
 Weiterbildung in der Psychotherapie
 
Voraussetzung f√ľr eine Ausbildung zum Psychotherapeuten ist ein abgeschlossenes Studium der Medizin oder der Psychologie, nur √Ąrzte und Psychologen sind nach qualifizierter Ausbildung beziehungsweise Weiterbildung zur Aus√ľbung der Psychotherapie als Krankenbehandlung berechtigt. Lediglich f√ľr die Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sind z. B. auch P√§dagogen und Lehrer nach ausreichender Berufserfahrung zugelassen.
 
Die Ausbildung von Medizinern in der Psychotherapie erfolgt nach der Weiterbildungsordnung der √Ąrztekammern. In der Facharztweiterbildung psychotherapeutischer Medizin wird am umfangreichsten in der Psychotherapie ausgebildet mit dem Berufsziel des √§rztlichen Psychotherapeuten (5 Jahre Weiterbildungszeit mit 3 Jahren psychotherapeutischer Medizin). In den Fachgebieten Psychiatrie und Psychotherapie (5 Jahre Weiterbildungszeit, 1 Jahr Neurologie und 4 Jahre Psychiatrie und Psychotherapie, davon 3 Jahre im Stationsdienst) sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendpsychotherapie (5 Jahre Weiterbildungszeit, 1 Jahr Kinderheilkunde oder Psychiatrie und Psychotherapie, 4 Jahre Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendpsychotherapie, davon mindestens 2 Jahre im Stationsdienst) wird soweit in Psychotherapie weitergebildet, wie es zur Aus√ľbung der Psychiatrie notwendig ist. Au√üerdem kann jeder Arzt eine Berechtigung zur Aus√ľbung von Psychotherapie erwerben durch die Weiterbildung mit den Zusatzbezeichnungen Psychotherapie (2-j√§hrige klinische Weiterbildung, davon 1 Jahr Psychiatrie und Psychotherapie, beziehungsweise 3-j√§hrige berufsbegleitende Weiterbildung) beziehungsweise Psychoanalyse (2-j√§hrige klinische Weiterbildung, davon 1 Jahr Psychiatrie und Psychotherapie beziehungsweise 5-j√§hrige berufsbegleitende Weiterbildung).
 
Die Ausbildung von Psychologen in der Psychotherapie wird durch die Psychotherapierichtlinien der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung geregelt, die in Umfang und Inhalt analog den Weiterbildungen zu den √§rztlichen Zusatzbezeichnungen Psychoanalyse und Psychotherapie f√ľr die Verhaltenstherapie ist. Im Psychotherapeutengesetz (tritt am 1. 1. 1999 in Kraft) ist eine eigenst√§ndige Weiterbildung in Psychotherapie f√ľr Psychologen vorgeschrieben mit einer 3-j√§hrigen klinischen beziehungsweise 5-j√§hrigen berufsbegleitenden Weiterbildung.
 
Die Weiterbildung in der Psychotherapie umfasst das Erlernen umfangreicher klinischer Theorie, den Erwerb der praktischen psychotherapeutischen F√§higkeiten durch die Behandlung von Patienten und eine eigene psychotherapeutische Selbsterfahrung. Gegen√ľber einer einseitigen und schulenh√∂rigen psychotherapeutischen Ausbildung der vergangenen Jahrzehnte, ist die Ausbildung in Psychotherapie inzwischen prinzipiell methoden√ľbergreifend und sehr viel weniger eng Therapieschulen verpflichtet.
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Familientherapie · Gruppentherapie · Lernen · Musiktherapie · Neurose · New Age · Psychiatrie · Psychoanalyse · Psychologe · Psychologie · Psychosomatik · Tiefenpsychologie · Verhaltenstherapie
 
 
P. Grundlagen, Verfahren, Indikationen, hg. v. H. Strotzka (21978);
 Mary L. Smith u. a.: The benefits of psychotherapy (Baltimore, Md., 1980);
 
Handbook of psychotherapy and behavior change, hg. v. S. L. Garfield u. a. (New York 31986);
 W. Mertens: Einf. in die psychoanalyt. Therapie, 3 Bde. (2(1992-93);
 
Hb. der Entspannungsverfahren, hg. v. D. Vaitl u. a., 2 Bde. (1993-94);
 K. Grawe u. a.: P. im Wandel. Von der Konfession zur Profession (41995);
 
Praxis der P. Ein integratives Lb. f√ľr Psychoanalyse u. Verhaltenstherapie, hg. v. W. Senf u. M. Broda (1996);
 
Lb. der Verhaltenstherapie, hg. v. J. Margraf 2 Bde. (1996);
 
Psychotherapeut. Medizin, Beitrr. v. G. Rudolf u. a. (31996);
¬†C. Reimer u. a.: P. Ein Lb. f√ľr √Ąrzte u. Psychologen (1996);
 
Lb. der psychotherapeut. Medizin, hg. v. S. Ahrens (1997);
 PsyBaDo: Praxis der Qualitätssicherung in der P. (1998).
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
Schizophrenie und Therapie seelischer Erkrankungen
 

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Psy|cho|the|ra|pie, die; -, -n (Psych., Med.): 1. <o. Pl.> Gesamtheit der psychologischen Behandlungsverfahren zur Heilung oder Linderung von St√∂rungen im seelischen Bereich, in den sozialen Beziehungen, im Verhalten oder auch in bestimmten K√∂rperfunktionen: er besch√§ftigt sich mit P. und Psychiatrie. 2. Therapie, Behandlung mit den Mitteln, Methoden der ‚ÜĎPsychotherapie (1): Wer sich heute einer P. unterzieht, tut dies in mehr als zwei Drittel der F√§lle bei einer Psychologin oder einem Psychologen (Zeit 26. 9. 97, 49).

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:


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